09.03.2011 von Holger Hansel
Im nördlichen Teilbereich des CKW-Schadens wurde nach der detaillierten Erfassung der räumlichen Verbreitung der Schadstoffe durch MIP Sondierungen auch eine Charakterisierung der hydraulischen Verhältnisse durchgeführt. Mit Hilfe dieser Online-Erkundungstechnologien werden räumliche Ausdehnungen der Heterogenitäten (Lithologie und Kontamination) hochauflösend nachgewiesen.
Zur hydraulischen Charakterisierung des vorgesehenen Sanierungsbereichs um die Sondierung MIP 16 sollten folgende Arbeiten durchgeführt werden:
- 3 HPT – Sondierungen (Geoprobe Hydraulic Profiling Tool) bis ca. 20 m
- 2 HPT – Sondierungen (Geoprobe Hydraulic Profiling Tool) bis ca. 25 m
- 4 Slug Tests im Bereich zwischen 10 – 22 m.
Die Interpretation der neu gewonnenen Daten sollte dazu dienen, mögliche präferentielle Fließpfade, die für Kontaminantenmassenflüsse wichtig sind, aufzuzeigen, und in diesen Bereichen Durchlässigkeitsbeiwerte zu bestimmen. Eine Kartierung der mehr und weniger durchlässigen Bereiche des Grundwasserleiters erlaubt wichtige Schlussfolgerungen zur Planung und Dimensionierung der Sanierung (Tiefe und räumliche Konstellation der Infiltrationsintervalle, Volumen und Infiltrationsraten).
Bei der HPT-Sondierung (Hydraulic Profiling Tool) wird Wasser mit einer definierten Durchflussrate entlang eines vertikalen Profils verpresst. Abhängig von den hydraulischen Eigenschaften des anstehenden Bodens variieren die Druckwerte und lassen so eine Interpretation hinsichtlich der hydraulischen Durchlässigkeit zu (Abb. 1). Die Auswertung der Messdaten erlaubt in einem ersten Schritt die Erstellung eines relativen Profils der hydraulischen Durchlässigkeit. Anhand von in-situ Slug-Tests in ausgewählten Tiefenintervallen können diese relativen Daten kalibriert werden, so dass quantitative Aussagen zur Gesteinsdurchlässigkeit als Berechnungsgrundlage für weitere Auswertungen möglich sind.